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Harald Eickhoff

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Energienews


03.11.2016

Mineralöl prägt weiterhin den Energiemix

Der Energieverbrauch in Deutschland wird 2016 etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen und eine Höhe von rund 13.350 PJ erreichen. Das geht aus ersten Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) auf Grundlage der Zahlen für den Energieverbrauch der ersten neun Monate hervor.

Nach den Berechnungen der AG Energiebilanzen lag der Energieverbrauch im Zeitraum Januar bis September 2016 mit 9815 PJ um 0,3 % höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der geringfügige Zuwachs geht im Wesentlichen auf den diesjährigen Schalttag, das Wirtschaftswachstum sowie den Bevölkerungszuwachs zurück. Verbrauchsdämpfend wirkten die insgesamt milde Witterung sowie Verbesserungen bei der Energieeffizienz, erklärte die AG Energiebilanzen in einer ersten Einschätzung.

Deutliches Plus bei Erdgas und bei den Erneuerbaren

Der Mineralölverbrauch lag nach drei Quartalen mit einem Zuwachs von 1,6 % etwas höher als im Vorjahreszeitraum. Der Verbrauch betrug insgesamt 3403 PJ. Zu dieser Entwicklung trug insbesondere der um knapp 6 % gestiegene Verbrauch an Dieselkraftstoff bei. Der Absatz von Flugkraftstoff lag ebenfalls im Plus und erhöhte sich um 3 %. Demgegenüber sank der Absatz von Ottokraftstoff um 0,3 % und beim leichten und schweren Heizöl ging der Absatz jeweils um 4 % zurück. Die Lieferungen von Rohbenzin an die chemische Industrie stiegen hingegen um 1,5 %.

Der Erdgasverbrauch erhöhte sich um 6,5 % auf 2155 PJ. Hauptursache des Verbrauchsanstiegs war der Mehreinsatz von Erdgas zur Stromerzeugung sowohl in den Kraftwerken der Stromversorger wie auch in Kraftwerken der Industrie.

Der Verbrauch an Steinkohle sank um 4,4 % auf 1208 PJ. Dabei verringerte sich der Einsatz in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung um 5,9 %. Der Einsatz von Koks und Kohle in der deutschen Stahlindustrie nahm in den ersten neun Monaten um 0,9 % ab. Insgesamt entfallen rund zwei Drittel des gesamten Verbrauchs an Steinkohle in Deutschland auf die Stromerzeugung. Der Steinkohleneinsatz zur Stromerzeugung wurde durch die gestiegene Einspeisung von Strom aus Offshore-Windenergieanlagen sowie durch die erhöhte Stromerzeugung aus Erdgas beeinflusst.

Der Verbrauch an Braunkohle sank gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres um 3,9 % und erreichte eine Höhe von 1116 PJ. Rund 90 % der Förderung werden in Kraftwerken zur Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt. Die Stromerzeugung aus Braunkohle verringerte sich infolge geringerer Kraftwerksverfügbarkeit in ähnlicher prozentualer Größenordnung wie die Produktion.

Bei der Kernenergie gab es ein Minus von knapp 10 %, was auf mehrere planmäßige Kraftwerksrevisionen und die Außerbetriebnahme des Kraftwerks Grafenrheinfeld Ende Juni 2015 zurückzuführen ist.

Die erneuerbaren Energien erhöhten ihren Beitrag zur Energiebilanz der ersten neun Monate um 1,4 % auf 1211 PJ. Während die Stromerzeugung aus Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) um 10 % zunahm, kam es bei der Windkraft an Land und auf See nur zu einem leichten Anstieg um 2 %. Der Beitrag der Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermie) sank dagegen um 2 %. Die Biomasse und die Geothermie steigerten ihren Beitrag um knapp 1 %.

Energiemix stabil

Die Struktur des Energieverbrauchs (Energiemix) wird weiterhin vom Mineralöl (34 %) geprägt. Erdgas deckt mit 22 % mehr als ein Fünftel des Verbrauchs. Die Steinkohle kommt auf einen Anteil von gut 12 % und auf die Braunkohle entfallen rund 11 %. Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Anteil leicht auf mehr als 12 %. Die AG Energiebilanzen rechnet damit, dass die Anteile am Energieverbrauch der ersten neun Monate im Wesentlichen den Jahreswerten entsprechen.




mit freundlicher Unterstützung von Gebäude Energie Berater